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Die Untersuchung einzelner Symptome verspricht große Fortschritte in der Depressionsforschung

Trotz steigender Budgets und Ausgaben für Depressionsforschung bleiben wesentliche neue Erkenntnisse aus. Ursachen könn hier an verschiedenen Stellen liegen, was für das Krankheitsbild der Depression smyptomatisch ist.

Dabei bringen symptombasierte Studien, die einzelne Symptome in der jeweiligen Beziehung zu psychopathologischen Netzwerken erforschen, große Fortschritte. Insbesondere im Vergleich zur verbreiteteren Analyse der Summe einer großen Anzahl an Symptomen, die eher problematisch ist.

Die Hintergründe lassen sich auf the Inquisite Mind nachlesen.

 

Wissen im 21. Jahrhundert

Was uns bewegt und was wir sorgsam beobachten sollten (von Dr. Detlef Barth)
Wir leben in einer unruhigen Zeit, die durch allgemeine Orientierungslosigkeit, Skeptizismus und Verunsicherung charakterisiert ist, aber auch durch Aufbruchstimmung (siehe arabische Staaten), Demokratisierungsprozesse und zunehmende Solidarität.

Die beruflichen und alltäglichen Herausforderungen zwingen die Menschen in westlichen Nationen sich mehr und mehr selber zu managen. Ging es vielen Menschen in den 1970er und 1980er Jahren um Selbstverwirklichung, so lautet nun die unausgesprochene und gesellschaftlich formierte Forderung: Selbstmanagement (H. Keupp). Geld, Macht, Prestige und Position sind gesellschaftlich formierte Werte, denen mehr denn je blindlings gefolgt wird – stets auf der Suche nach dem größtmöglichen Glück. Doch solange das persönliche Glück im Außen gesucht wird, wird der Mensch stets ent-täuscht. Es gilt, das Glück in uns selber zu suchen und zu finden. Es geht um die Entdeckung des inneren Reichtums.

Noch im 20. Jahrhundert hatte Wissen die Funktion, uns seelisch und geistig wachsen zu lassen. Vor allem psychologisches Wissen diente der seelischen Entwicklung. Heutzutage ist es anders: Da werden bspw. Master-Studiengänge in Wirtschaftspsychologie im Schnelldurchgang angeboten, einzig zu dem Zweck, psychologische Erkenntnisse ökonomisch zu nutzen und den Menschen zum Konsumieren zu verführen. Diese anhaltende merkantile Entwicklung ist bedenklich.

Wer sorgsam den ‚Wissensmarkt‘ beobachtet, stellt fest: „Wissen wird produziert, um es zu verkaufen“ (J.-F. Lyotard). Wissen ist zu einer Ware geworden. Es geht nicht mehr um Wahrheit, um die Frage, wie wahr ist das, was gesagt wird, sondern es geht um den ökonomischen Wert von Wissen. Die Kernfrage lautet: Wie kann man Wissen vermarkten?

Zweifelsohne: Als Menschen benötigen wir auch pragmatisches Wissen, ein Wissen, das uns hilft, 

  • die eigene Autonomie und Selbstwirksamkeit zu unterstützen,
  • dem Leben einen Sinn zu verleihen,
  • klare Entscheidungen zu treffen,
  • achtsam mit den Widrigkeiten des alltäglichen Lebens umzugehen.

Doch letztendlich geht es um ein Wissen, dass uns nährt, uns aufklärt, uns hilft, Egozentrik, Verblendung und Ignoranz zu überwinden und uns zu einem soziozentrischen Denken und Handeln (Nicht nur mir, auch anderen Menschen darf und soll es gut gehen) oder gar weltzentischen Denken und Handeln führt (Nicht nur mir, nicht nur anderen, die mir nahe stehen, sondern allen Lebewesen und der Natur darf und soll es gut gehen). Sicher: Das ist ein sehr hoher Anspruch, wie er bspw. auch von der Integralen Psychologie (Ken Wilber) formuliert wird.

Bonn, im Januar 2013