Pro-Aging Konzept

Anti-Aging – allein begrifflich betrachtet ein neoliberaler Unsinn!

Plädoyer für ein Synergetisches Pro-Aging Konzept von Dr. Detlef Barth (Teil I)

„Lies die Werke der Meister des Lebens, …, bilde dir deine eigene Überzeugung über das, was du mit deinem Leben anfangen willst, überwinde die naive Idee, daß du …, kein Modell brauchst und daß du während deines kurzen Lebens herausfinden könntest, was die Großen der Menschheit in vielen Tausend Jahren entdeckt haben.“
– E. Fromm –

I. Einleitende Gedanken

Der aus den USA stammende Begriff ‚Anti-Aging’ bedeutet soviel wie „gegen das Altern bzw. gegen das Altwerden“ und ist aus unserer Sicht altersdiskriminierend. Unserer Auffassung nach geht es im Leben nicht darum, bspw. mittels Anti-Aging-Cremes und Verjüngungskuren etwas gegen das Altern zu tun, sondern den Einzelnen darin zu unterstützen, das Wesentliche vom Unwesentlichen unterscheiden zu lernen und die eigene Lebensführung und Lebensqualität zu verbessern durch bspw.: 

  • ausgewogene Ernährung,
  • ausreichende Bewegung und Entspannung,
  • eine positive Lebenseinstellung und humanistische Grundhaltung,
  • soziale Beziehungen,
  • Gelassenheit,
  • die Wiederentdeckung des kindlichen Staunens,
  • die Fähigkeit, sich an kleinen Dingen erfreuen zu können,
  • einen ressourenorientierten Blick auf die eigene Kindheit und das, was man alles erreicht hat, trotz ggf. widriger Umstände, usw.

Jeder Mensch ist  aufgrund biologischer Zellteilungs- und Zellabstoßungsprozesse täglich in einem ständigen Geburts- und Sterbeprozess. Altwerden ist ein ganz normaler Prozess, dem sich kein Mensch entziehen kann. Doch die Art und Weise, wie wir altern, liegt zum Einen an den uns umgebenden gesellschaftlichen und kulturellen Einstellungen dem Alter gegenüber und zum Anderen zu einem großen Anteil auch an unseren ganz persönlichen Vorstellungen von Altwerden.

Akzeptieren wir gängige altersdiskriminierenden Äußerungen in Medien (Titel im Stern: „Die Last mit den Alten“; „Wie das Böse ist der Rentner immer und überall“ (Süddeutsche Zeitung vom 11.11.2002); „Alte, wollt ihr ewig leben“? (Hessischer Rundfunk). Mehr dazu in dem Aufsatz von Hanne Schweitzer: Wie gestalten wir Alter? Wer gestaltet Alter? in: Soziokulturelle Konstruktion des Alters (siehe Leseempfehlung unter Weiterbildung).

Haben wir vorgesorgt und entsprechende finanzielle und soziale Ressourcen, die mit zu einem gesunden Älterwerden beitragen können?

Altern wir als Menschen, die stets die Flucht nach hinten antreten (sogenannte Regressive), die sich fremdbestimmen lassen und sich nach einem besseren Leben sehnen, ohne dafür allzu viel investieren zu wollen?

Oder altern wir als Menschen mit der Tendenz, die Flucht nach vorne anzutreten (sogenannte Progressive), die sich vor allem an den gesellschaftlichen Werten ‚Geld, Macht, Position und Prestige’ orientieren, in der Regel äußerlich erfolgreich und nicht selten seelisch verarmt sind und oft erst dann persönlichen Schmerz zulassen, wenn die Familie zerbricht, die Kinder anders geraten, als sie es sich vorgestellt haben, eine schwere Krankheit (bspw. Hörsturz, Herzinfarkt, Schlaganfall) oder ein Unfall ihr Leben aus den Fugen geraten lässt?

Oder leben wir unser Älterwerden als Erwachsene, die sich lebensrichtige Werte erarbeitet haben, danach handeln und vorsorglich den natürlichen biologischen Alterungs-Prozess bewusst verlangsamen durch bspw. persönliches inneres Wachstum, Innehalten, Wieder-„Entdeckung der Langsamkeit“ (Sten Nadolny), Bewusstseinsveränderung, eine positive Haltung dem Tod gegenüber mit dem Ziel, gesund zu sterben bspw. in einer Wohngemeinschaft Gleichgesinnter?

Viele Menschen altern unbewusst und bleiben verstrickt in ihre teilweise niemals überprüften Lebens- oder gar Glaubensphilosophien, in ihre uneinlösbaren und zerstörerischen Ideale und lebensfeindliche Normen. Wer so lebt, wird gelebt, aber lebt sich nicht selbst, kennt weder seine vielen Anlagen, noch seine in sich schlummernden Fähigkeiten. Ein solches Leben hat viele Tücken und eine davon heißt: unbewusste Lebensverkürzung durch unnötige Krankheiten, Konflikte und Krisen.

Auch „For ever young“ ist ein illusionärer Menschheitstraum, der auch in diesem Jahrtausend nicht mehr in Erfüllung gehen wird. Das ändert nichts an der Tatsache, das Humanwissenschaftler der verschiedenen Disziplinen mittlerweile sich darin einig sind, dass der Mensch aufgrund seines genetischen Programms von einer Lebenserwartung von bis zu 120 Jahren ausgehen kann, vorausgesetzt, er lebt bewusst. Ob ein Alter von 120 Jahren allerdings erstrebenswert ist, muss jeder Mensch für sich selber klären.

II. Die verschiedenen Ebenen des Synergetischen Pro-Aging-Trainings

Der Mensch als ganze Person bewegt sich stets gleichzeitig auf drei Ebenen: der körperlichen, der seelischen und der geistigen. Alle drei Ebenen des Menschen sind miteinander vernetzt und damit in einem steten Austausch. Beschwerden auf körperlicher Ebene haben Auswirkungen auf die seelische und geistige Ebene und umgekehrt. Wer sich über einen längeren Zeitraum seelisch unwohl fühlt und keine Lösung herbeiführt, wird sich sehr bald auch körperlich unwohl fühlen (z.B. Schlaflosigkeit, Schwindel, depressive Verstimmtheit etc.). Aber auch derjenige, der geistig im Ungleichgewicht ist  bspw. durch eine negative Grundhaltung sich und anderen gegenüber oder einer lebensverneinenden Lebensphilosophie anhängt, wird ebenfalls körperliche und seelische Symptome zeigen.

Das Synergetische Pro-Aging-Training berücksichtigt deshalb alle drei Ebenen des Menschen.

Daraus resultieren:

  • körperliches Pro-Aging: Hier geht es um körperliche altersgemäße Vitalität
  • seelisches Pro-Aging: Sie erleben sich seelisch im Fluss
  • geistiges Pro-Aging: Hier geht es um die Reflexion von religiösen sowie spirituellen Glaubensmustern
  • umweltbezogene Pro-Aging Aktivitäten

 

Typische Erfolgsbausteine des körperlichen Pro-Aging

  • Bewegung und Entspannung (z.B. Power Walking, leichtes Joggen, Rad fahren, ausgedehnte Spaziergänge)
  • Ernährung  (bspw. lebendes Wasser, Kristallsalz, vegetarische Kost, Vollwertkost)     
  • Atmung (Atemübungen, Tao-Yoga)
  • Embodiment-Verfahren bei dysfunktionalen Gefühlen und Glaubensmustern

Erfolgsbaustein Bewegung: Wie Sie durch gezieltes Bewegungstraining Ihre Energiequellen auftanken und Ihr tägliches Wohlbefinden bewirken
In den folgenden Ausführungen beziehen wir uns sowohl auf einen Casseten-Vortrag von Dr. med. Strunz als auch auf eigene Erfahrungen mit unserem Bewegungstraining.
Die moderne medizinische Forschung konnte in den letzten Jahrhunderten viele Erfolge verzeichnen. So wurde bspw. die Quantität an Lebensjahren verlängert, aber nicht notwendigerweise die Qualität des Lebens. Hierfür fühlen sich andere Wissenschaften verpflichtet wie bspw. die Humanwissenschaften.

Interessant ist, dass Mediziner vom ‚Bewegungsapparat’ des Menschen sprechen. Doch leider wird dieser Begriff kaum noch ernst genommen und müsste – in Anbetracht der häufig sitzenden Haltung der meisten Menschen unseres Kulturkreises – ‚Sitzapparat’ genannt werden. Doch der menschliche Körper ist für die dynamische Bewegung und nicht für ein statisches Sitzen konzipiert.

Auch wenn der Mensch sehr anpassungsfähig ist, darf nicht übersehen werden, dass alles Widernatürliche sich irgendwann rächt. Was sind die oft verheerenden Folgen mangelnder Bewegung? Augenscheinlich ist zunächst ein erhöhtes Körpergewicht mit den dazugehörigen Gewichtsproblemen, was mittlerweile ein Thema von 50% aller über 30-jährigen ist! Weniger augenscheinlich, dafür umso spürbarer sind Rückenschmerzen, Gelenkprobleme und Bluthochdruck.

Weder augenscheinlich noch spürbar ist ein extrem hoher Cholesterinspiegel mit den möglichen Folgen von:
•    Herzinfarkt
•    Schlaganfall
•    Vergesslichkeit
•    Verblödung

Wie kann ich diesem Prozess vorbeugen? Was sollte ich auf jeden Fall wissen und beherzigen?
Fett verbrennt nur im Muskel. Beim Kopfarbeiter (und wer ist das heutzutage nicht?) hat der Muskel verlernt, Fett zu verbrennen. Fett wird nur noch abgelagert! Die Muskeln des Kopfarbeiters besitzen kaum noch bis gar keine fettverbrennende(n) Enzyme.

Wo lagert der Körper nun in der Regel Fett ab? Die Orte hierfür sind gelegentlich nicht zu übersehen wie bspw. an den Hüften, aber viel gefährlicher sind die Ablagerungen von Fett an unsichtbaren Orte wie bspw.:

•    in den Blutgefäßen
•    Herzkranzgefäßen (lebensbedrohlich)
•    Halsschlagader
•    in den feinen Kapillaren des Gehirns
•    Hirnarterien (Merkfähigkeit, Kreativität leiden, elektrische Ströme werden vom Fett absorbiert)

Diese Fettablagerungsorte sollten einem zu Denken geben! Weitere typische Risikofaktoren sind:
•    Rauchen
•    erhöhter Blutzuckerspiegel
•    Vitamin- und Mineral- und Spurenelementmangel

„Bewegung schlägt Fett in die Flucht“, sagt Dr. med. Strunz und bezieht sich auf langjährige Studien der Sporthochschule Köln zu diesem Thema. Deshalb: Beschäftigen Sie Ihre Muskeln, aber richtig! Wie sieht das richtige Bewegungstraining aus?

1. Tipp:
Trainieren Sie täglich 30 Minuten. Tägliches Training führt zur Bildung von Enzymen, die den Fettstoffwechsel anregen, auch im Ruhe- und Schlafzustand. Ist das nicht toll? Einmal aufgebaute fettverbrennende Enzyme sorgen für Fettverbrennung in ihrem Körper und das rund um die Uhr.

2. Tipp:
Bewegen Sie sich so, dass Sie stets im Sauerstoffüberschuss sind. Das ist dann der Fall, wenn Sie sich noch ohne Anstrengung unterhalten können. Achtung! Wenn Sie hecheln und keuchen, verbrennen Sie kein Fett, sondern lediglich Zucker/Kohlenhydrate.

3. Tipp:
Um sich stets im Sauerstoffüberschuss zu bewegen, brauchen Sie – um ganz sicher zu gehen bzw. zu joggen – einen Pulsmesser, der Ihren Trainingspuls bestimmt. Besorgen Sie sich einen Herzfrequenzmesser/Pulsmesser und trainieren Sie niemals über Ihrem persönlichen Trainingspuls!

Erfolgsbaustein Ernährung: Wie Sie durch gezielte Ernährung Ihre Energiequellen auftanken und Ihr tägliches Wohlbefinden bewirken
In den folgenden Ausführungen beziehen wir uns sowohl auf einen Casseten-Vortrag von Dr. med. Spitzbart als auch auf unsere eigenen Erfahrungen mit der sogenannten Orthomolekularen Medizin und den Erkenntnissen des Ernährungs-Papstes Dr. med. O.M. Bruker.

Hinter dem Fachbegriff ‚Orthomolekulare Medizin’ verbirgt sich die Erkenntnis, „dass selbst eine vollwertige, vielseitige und ausgewogene Ernährung nicht ausreicht, um den Körper optimal mit Vitalstoffen zu versorgen. Abhilfe schafft hier das Prinzip der Superernährung mit Hilfe der Orthomolekularen Therapie. Dahinter steckt die Idee, allen Zellen des Körpers eine optimale molekulare Umgebung für ihren Stoffwechsel und zur Regeneration zur Verfügung zu stellen“ (Dipl.-Biologe J. Mathias).

Die Aussage „dass selbst eine vollwertige, vielseitige und ausgewogene Ernährung nicht ausreicht“, sehen wir kritisch, da bis heute nicht ausreichend geklärt ist, inwieweit  unser Körper künstlich zugeführte Vitamine, Mineralien und Spurenelemente tatsächlich auch in den Zelldepots speichert.

Nichtsdestotrotz: Die klassische bundesdeutsche Ernährung ist zu fettig und zu süß! Diese normale Ernährung führt pro Jahr zu einem Verlust an Lebensenergie von ca. 1,5 %. Ernährung sollte aufbauend sein und nicht müde machen. Gezielte Ernährung ist eine Droge, vorausgesetzt man berücksichtigt zwei ‚Diamanten’:

o    die zwei gehirnaktiven Aminosäuren (Eiweißbausteine) Phenylalanin und Tryptophan
o    die Biokatalysatoren als da sind Vitamine und Mineralien (bspw. Magnesium etc.)

Phenylalanin ist enthalten im Hüttenkäse, Quark, Fisch, Schnitzel, Linsen. Aus Phenylalanin entsteht im Körper Noradrenalin. Noradrenalin baut das Netzwerk im Gehirn auf und macht uns lernfähig. In Verbindung mit ACTH = dem sogenannten Kreativitätshormon kommt es nach dem Essen bei Tieren zu einem Hormonfeuerwerk. Beim Menschen ist das Hormonfeuerwerk nur dann spürbar, wenn die Biokatalysatoren ‚Vitamin C’ und ‚Magnesium’ in ausreichendem Maße vorhanden sind.

Tryptophan wird im Körper zum sogenannten Chefhormon ‚Serotonin’. Serotonin macht glücklich und schafft Überblick.
Durch Erhöhung des Zinkspiegels kommt es zu einem erhöhten Testosteronspiegel (= innere Power, innere Dynamik).

Erfolgsbaustein Atmung: Die Kunst des Atmens – Atmen Sie Ihre Zellen frisch!
Die Kunst des Atmens (chinesisch: Ch’ i Kung) verbindet Atemübungen mit geistiger Konzentration. Dies ist eine sinnvolle Möglichkeit zur Pflege und Nährung des Energieflusses im Körper. Es gilt als erwiesen, dass gezielte Atmung bei vielen chronischen Krankheiten eine lindernde bzw. heilsame Wirkung hat. Darüber hinaus beugt Atmung Krankheiten vor, indem die Selbsthilfekapazität gefördert wird. Im Falle von Krankheit wird der Genesungsprozess unterstützt. Wir arbeiten mit Körperübungen, die jede(r) Teilnehmer/in auch zuhause in Ruhe allein oder mit dem Partner trainieren kann. Typische Vorteile dieser Übungen:

  • Verbesserung der Funktionsfähigkeit der Organe (wie z.B. des Herzens, der Lunge),  der Gelenke und der Muskeln.
  • Stärkung der Vitalkraft und der Widerstandskräfte im Sinne einer Prävention nach dem Motto „Vorbeugen ist besser als heilen“.

Typische Nachteile dieser Übungen:

  • Sie kosten lediglich Überwindung, ein wenig Disziplin und Durchhaltevermögen. Dafür sind sie frei von jeglicher Chemie.

Mit der Kunst des Atmens haben Sie die Möglichkeit,

  • Muskelverspannungen zu reduzieren
  • Körper und Geist zu entspannen und die Seele ins Gleichgewicht zu bringen,
  • Nervenzellen des Cortex zu neutralisieren und zu verjüngen,
  • die Ausatmung zu verbessern,
  • Adrenalin im Körper abzubauen,
  • das Immunsystem zu unterstützen und die  Selbstheilungskräfte zu mobilisieren,
  • verschiedene Atem- und Entspannungstechniken kennen zu lernen.

Inhalte:

  • Was ist die „Kunst des Atmens“?
  • Wie Atmung Energie und Gesundheit fördert.
  • Wie Atmung Krankheiten lindern kann.
  • Verjüngung der überreizten und überbelasteten Nervenzellen durch bestimmte Atemtechniken.
  • Vitalkapazität der Lunge – Steigerung durch Atemübungen und Körperertüchtigung (z.B. Laufen, Schwimmen).
  • Erkennen der Psychosomatik von Bronchial- und Lungenleiden sowie Kreislaufproblemen ( siehe Themen der Lernfelder 3 und 5. Die Themen dieser Lernfelder sind: Lernfeld 3: „Sich darstellen und effektiv kommunizieren können.“ Und Lernfeld 5: „Handlungskompetenzen und Managementfähigkeiten entwickeln, zur eigenen Selbständigkeit gelangen, Selbstvertrauen gewinnen, spielerisch und sexuell sein können“.
  • Zum Konzept der Lernfelder vgl. Barth, D.: Das Konzept der Lernfelder. Entwicklungsformen und psychosomatische Entsprechungen, in: Die Kunst der professionellen Begleitung von Entscheidungs- und Wachstumsprozessen. Schriftenreihe des Lehrinstituts für Systemisch-Humanistische Beratungsmethoden.  Bonn, im Mai 2013

Plädoyer für ein Synergetisches Pro-Aging Konzept von Dr. Detlef Barth (Teil II)

„Lies die Werke der Meister des Lebens, …, bilde dir deine eigene Überzeugung über das, was du mit deinem Leben anfangen willst, überwinde die naive Idee, daß du …, kein Modell brauchst und daß du während deines kurzen Lebens herausfinden könntest, was die Großen der Menschheit in vielen Tau-send Jahren entdeckt haben.“
– E. Fromm –

2. Seelisches Pro-Aging – lebendig im Fluss
2.1 Bausteine des seelischen Pro-Aging
2.1.1 Erkennen der eigenen Grundhaltung und Identität
Genau genommen gibt es lediglich vier Lebensanschauungen, die zeigen, wie ein Mensch sich und andere sieht:

Ich bin o.k. – Du bist o.k.: Die kooperative und erwachsene Grundhaltung
Ich bin nicht o.k. – Du bist o.k.: Die regressiv-depressive Grundhaltung
Ich bin o.k. – Du bist nicht o.k.: Die progressiv-überhebliche Grundhaltung
Ich bin nicht o.k. – Du bist nicht o.k.: Die ablehnende und misstrauische Grundhaltung
(vgl. T. Harris: Ich bin o.k. – du bist o.k.)

Wer seine Identität gefunden hat, läuft nicht Gefahr zum Spielball anderer zu werden. Ein solcher Mensch besitzt Selbstwert, schöpft aus sich selber Geborgenheit, ist mit sich selber im Einklang und somit selbstbestimmt.

Bedenken Sie: Ihr Selbstwert entscheidet,
o    darüber, auf welche Menschen Sie zugehen und welche Menschen auf Sie zugehen!
o    über Ihren Beruf
o    über Ihre Finanzsituation
o    über Ihre Partnerschaft(en)
o    über Ihre Freundschaften

Die wesentlichen Fragen auf dem Wege zur eigenen Identität und damit zur Schaffung von Selbstwertlauten: Wer bin ich tatsächlich, unabhängig von dem, was andere über mich sagen? Wo stehe ich heute beruflich, partnerschaftlich, mitmenschlich, gesundheitlich? Wo will ich hin? Welche Anlagen und Fähigkeiten liegen seit Jahren brach? Mit welchen Anlagen und Fähigkeiten fühle ich mich identisch?

2.2 Erkennen und Abbau von Energieräubern
Energieräuber umgeben uns täglich zuhauf in Form:
o   eines unangemessenen Umfelds (z.B. unbefriedigende Wohn- und/oder berufliche Situation),
o  einer kräftezehrenden Haltung uns und unseren Mitmenschen gegenüber (Opfer-, Retter- und/oder Verfolger-Haltung)
o    von Partnern und Mitmenschen, die nicht Verantwortung übernehmen wollen
o    eines Lebens in Scheinwelten

Doch eine lebensfeindliche Einstellung sich selber gegenüber, veralterte Normen und Konventionen erlauben uns nicht, diese Energieräuber aufzuspüren und ggf. Veränderungen herbeizuführen. Nutzen Sie die Gelegenheit, im Kreis von wachstumsorientierten Menschen, ihre Lebenssituation in aller Ruhe zu analysieren und ggf. Veränderungen zu planen.

2.3 Gezielte Persönlichkeitsbildung mir Hilfe der 12 Lernfelder des Lebens
(siehe die 12 Lernfelder)

2.4 Gezielter Aufbau von Energiequellen
Hier eine Übersicht über all die vielen kräftespendenden Energiequellen zu geben, würde den Rahmen sprengen. Nichtsdestotrotz sollen die wichtigsten nicht unerwähnt bleiben als da wären:
o    Entwicklung von Anlagen und Fähigkeiten
o    Umsetzung der Anlagen und Fähigkeiten
o    eine befriedigende Partnerschaft
o    echte Kommunikation mit anderen Menschen
o    Freunde, auf die man sich verlassen kann
o    eine adäquate Wohnsituation
o    innerer und äußerer Erfolg

3. Bausteine des geistigen Anti-Aging
3.1 Kennen und berücksichtigen der  ewigen Lebensgesetze in Anlehnung an H. Meyer

1.    Gesetz der Entwicklung
Jeder Mensch hat die Fähigkeit, die zwölf inneren Personen in sich lebendig werden zu lassen und sich gemäß seiner Anlagen zu entwickeln. Nichts bleibt, wie es ist. Alles ist in Bewegung (Heraklit)!

2.    Gesetz von Ursache und Wirkung
„Denn was der Mensch sät, das wird er auch ernten!“ (Paulus)

3.    Gesetz des Denkens und Glaubens
Jeder Gedanke ist bestrebt, sich zu manifestieren, Realität zu werden. Dem Mensch widerfährt das, was er/sie denkt oder glaubt!

4.    Gesetz der Bestätigung
Jeder Glaube, jede Überzeugung hat die Tendenz, sich immer wieder selbst zu bestätigen!

5.    Gesetz der Verstärkung
Und jede Bestätigung verstärkt (positiv oder negativ) einmal gebildete Glaubenssätze.

6.    Gesetz von Inhalt und Form
Wo Inhalt und Form nicht zusammenpassen, kommt es zu (un)missverständlichen Schicksalserscheinungen!

7.    Gesetz der Anziehung
Gleich und gleich gesellt sich gern! Wir ziehen nur die Menschen an, die das gleiche Problem haben. Jemand, der Probleme mit Nähe hat, trifft stets auf:
–    verheiratete Partner/-innen,
–    Partner/-innen, die weit entfernt wohnen,
–    Partner/-innen mit einem Handicap,
–    Partner/-innen, die an einer Sucht leiden

8.    Gesetz der Affinität
Unser Leben im Außen ist ein Gleichnis für unsere Innenwelt. Was uns im Außen begegnet, ist auch ein Teil von uns, nur in verschlüsselter Form. Was andere uns antun, sagt etwas darüber aus, was wir uns selber antun!

9.    Gesetz der Wiederkehr des Verdrängten

Nichts geht verloren. Alle verdrängten Inhalte ( das sind auch die Inhalte, die wir auf andere projizieren) kommen wieder zum Vorschein, entweder in Träumen, Alpträumen oder in Form von Wiederholungszwängen!

10.    Gesetz des Ausgleichs (Homöostase)
Gegensätze ziehen sich an! Wir ziehen unseren Gegenpol an. Der Gehemmte sucht den Kompensator und umgekehrt; das Opfer den Retter/Verfolger und umgekehrt. Somit werden Defizite lediglich kompensiert, aber nicht gelöst.

3.2 Erarbeitung einer konstruktiven Lebensphilosophie
„Bei gleicher Umgebung lebt doch jeder in einer anderen Welt.“
– Arthur Schopenhauer –

Karl Raimund Popper sagt: „Wir haben alle unsere Philosophie, ob wir dessen gewahr werden oder nicht, und unsere Philosophien taugen nicht viel. Aber ihre Auswirkungen auf unser Handeln und unser Leben sind oft verheerend. Deshalb ist es notwendig, unsere Philosophie durch Kritik zu verbessern.“

Merke: Dem Leben ist es egal, ob Sie Optimist oder Pessimist sind, nicht aber Ihrer Seele!

Welche Einstellung und Haltung haben Sie dem Leben gegenüber? Um die eigene Lebensphilosophie bewusster werden zu lassen, ergänzen Sie bitte folgende Anfangssätze und begründen Sie kurz:

Das Leben ist …….., weil …….

Gott ist ………………., weil …

Die Welt ist …………, weil …

Die Gesellschaft ist …………., weil …

Die Liebe ist ……….., weil …

Ich bin ………………., weil …

Mein Lebensziel ist …., weil …

Mein oberster Wert ist ………., weil …

Meine Weisheit ist ……………., weil …

Ihre Begründung gibt Aufschluss darüber, welcher Lebensphilosophie Sie nahe stehen. Vielleicht gelingt es Ihnen mit Hilfe der folgenden Typologie von Lutz v. Werder (v. Werder 2000, S.73f) mehr Klarheit über die eigene Lebensphilosophie zu erhalten. Er unterscheidet sechs Weltanschauungstypen. Überprüfen Sie, am besten mit Hilfe eines Freundes oder einer Freundin, zu welchem der folgenden Weltanschauungstypen Sie tendieren:

•    Mystiker
•    Humanist
•    Agnostiker bzw. Skeptiker
•    Dogmatiker
•    Zyniker
•    Nihilist

Bonn, im Oktpber 2016